Vorteile zur Herstellung von Hanfkleidung

Hanfkleidung für Nachhaltigkeit

Wie wird Hanfkleidung hergestellt?

Hanfkleidung kaufen und tragen, bedeutet in unserer heutigen Zeit, durch Nachhaltigkeit etwas für eine bessere Umwelt zu tun. Unbehandelt hergestellt, haben Hanffasern ähnliche Eigenschaften wie Leinenfasern. Sie schimmern hellbeige. Da die Industrie noch keine Maschinen zur Aufbereitung der Fasern entwickelt hat, verarbeiten man sie händisch weiter. Dieses aufwendige Verfahren führt zu einem höheren Preis.

Nachdem die Pflanze geerntet wurde, schließt man die Langfasern in den bis zu vier Meter langen Stängeln auf. Das geschieht in der sogenannten Wassserröste. Früher wurde in einem Gewässer eine Stelle gesucht, in der das Wasser ruhig floss. Die Bauern banden die Stängel aneinander und hängten sie an Pfählen in das Wasser. Da sie sich mit Wasser vollsogen, gingen sie unter und wurden zusätzlich beschwert.

Je nach Wassertemperatur konnte die Röste bis zu drei Wochen dauern. Die Röste war fertig, wenn sich der Stängel von den Fasern löste und der diese merklich heller waren. Nach der Röste wusch man die einzelnen Hanfbündel, indem man sie auf die Wasseroberfläche schlug, bis sie weiß waren. Nach dem Waschen stellte man die Bündel am Ufer auf und brachte sie zur vollständigen Trocknung zum Hof.
Heute wird der Hanf in Wasserbecken gelagert, bis er sich „gehäutet“ hat und anschließend löst man die Bindestoffe durch Natronlauge. Auf diese Weise kommt man an die Langfasern, die zur Weiterverarbeitung gebraucht werden.

Wie pflegt man Hanfkleidung?

Obwohl Kleidung aus Hanffasern sehr robust ist, müssen einige Dinge bei der Reinigung beachtet werden. Bei einigen Textilien verwendet man neben Hanf noch andere Fasern, um den Tragekomfort zu erhöhen. Bevor sie die Stücke waschen, sehen Sie am besten in der eingenähten Pflegeanleitung nach, was der Hersteller empfiehlt. Das Material lässt sich in der Waschmaschine bei einem Schonprogramm waschen.

Anfangs ist Kleidung aus reinem Hanf etwas steif, das legt sich aber, wenn sie korrekt gewaschen wird. Je älter sie ist, umso weicher wird sie. Wäschestücke mit Applikationen oder Reißverschlüssen kommen zum Waschen in ein Waschnetz. Im Allgemeinen gilt, dass beim Waschen von Wäsche die Knöpfe geöffnet werden, während Reißverschlüsse geschlossen werden sollen. Um Beschädigungen wie Farbabrieb zu vermeiden, drehen Sie Wäschestücke vor dem Waschen auf links.

Werden zum Waschen spezielle Waschmittel benötigt?

Falls Sie Ihre Kleidung aus Hanf per Hand waschen möchte, verwenden Sie am besten ein flüssiges Bio-Waschmittel. Spülen Sie es gut aus, damit sämtliche Rückstände entfernt werden. Weichspüler wird bei der Handwäsche nicht benötigt.

Für eine Reinigung in der Waschmaschine waschen Sie sie bei den ersten paar Waschgängen separat. Verwenden Sie für die Hanfkleidung ein schonendes Programm bei 30 °C. Weichspüler kann sehr gut durch eine Spülung mit Essig ersetzt werden, denn Essig entfernt Kalkreste aus der Kleidung. Keine Sorge, der Geruch verfliegt beim Trocknen. Falls Sie möchten, können Sie einige Tropfen eines ätherischen Öls zum Beduften verwenden. Achten Sie beim Waschen darauf, dass das Waschmittel weder Weichspüler noch optische Aufheller enthält, denn beide legen sich um die Fasern und verringern die Saugleistung.

Verwenden Sie flüssiges Waschmittel, denn Pulverwaschmittel enthält oft anorganische Rieselhilfen. Hanffasern haben einen besonderen Aufbau. Die Faserbündel bestehen aus Hohlfasern mit feinen Röhrchen. Sie quellen beim Kontakt mit Wasser um bis zu 30% auf und können bis zu 60% des Eigengewichts an Wasser speichern. Da sich beim Aufquellen auch die Hohlräume der Fasern vergrößen, können dort wasserunlösliche Partikel eingeschwemmt werden. Wenn sie trocknen, schrumpfen sie wieder. Die eingeschwemmten Partikel können die Röhrchen sprengen und die Fasern brüchig machen.

Wie trocknet man Kleidung aus Hanf?

Textilien aus Hanf trocknet man am besten liegend, Sie können sie natürlich auch aufhängen. Ziehen Sie sie gegebenenfalls leicht in Form. Trocknen Sie sie nicht im Wäschetrockner. Obwohl Hanfprodukte von Natur aus sehr robust sind, bleiben sie länger ansehnlich und in Form, wenn man sie mit Vorsicht behandelt.

Wie werden Hanfstoffe gebügelt?

Wäsche aus Hanf sollte, wenn es notwendig ist, nur mäßig heiß gebügelt werden. Allerdings ist sie knitterarm und deswegen kann das Bügeln auch die Hanfkleidung entfallen.

Ist Hanfkleidung legal?

Hanfkleidung ist legal, weil es verschiedene Arten von Hanf gibt. Die Pflanze, die zur Fasergewinnung verwendet wird, hat nur sehr wenig bis gar keine der berauschenden Wirkstoffe wie THC. Nutzhanf darf in Europa nur angebaut werden, wenn er einen THC-Gehalt von weniger als 0,2 % THC aufweist.

Medizinalhanf hingegen (Cannabis Sativa und Cannabis Indica) hat viel höhere THC-Werte. Pharmakologisch wirksam sind THC-Gehalte über 1 %. Wir verwenden natürlich nur den legalen Faserhanf für unsere Kleidung. Aus diesem Grund dürfen unsere Hanfprodukte legal hergestellt, verkauft und getragen werden. Hanf – eine alte Pflanze mit vielen Vorteilen

Hanf begleitet die Menschheit seit Jahrtausenden. Er wurde nachweislich schon vor 30.000 Jahren als Faserpflanze genutzt. Es wird vermutet, dass der Anbau als Kulturpflanze seit weit über 6000 Jahren praktiziert wird, wobei vermutlich China der Vorreiter des Hanfanbaues war. Doch auch heute noch wird Hanf gerne als Faserpflanze verwendet, denn er bietet einige einzigartige Eigenschaften.

Welche Vorteile hat Hanf gegenüber Baumwolle?

Hanffasern haben gegenüber Baumwollfasern einige Vorteile. Da die Pflanze zunehmend bekannter wird und mehr Verbraucher auf Umweltschutz achten, wird sie immer beliebter zur Herstellung von Kleidung. Vorbei sind die Zeiten, als Kleidungsstücke aus Hanf rau und steif waren und wie Säcke am Körper hingen. Durch moderne Verfahren kann der Stoff feiner verwebt werden und er trägt sich damit angenehmer als früher.

Der Anbau der beiden Pflanzen im Vergleich

Hanfpflanzen sind sehr genügsam und wachsen wie das sprichwörtliche Unkraut. Faserhanf benötigt durchschnittlich fünf Monate, bis er erntereif ist. Bei dieser Pflanze genügt Gülle als Dünger. Am besten wächst Faserhanf auf tiefgründigen und nährstoffreichen Böden. Die Pflanze ist gegenüber kühlen Temperaturen unempfindlich und kann auch Frost bis -5° überleben. Da Hanf für das Wachstum viel Wärme benötigt, werden in Deutschland nur frühe Sorten angebaut. Um ein Kilogramm Faserhanf ernten zu können, benötigt man in etwa 343 Liter Wasser.

Hanfprodukte

Hanf eignet sich zur Monokultur, das bedeutet, das Feld wird mehrere Jahre hintereinander mit Hanf bestellt. Da das Blattwerk von Hanf sehr dicht ist, bekommen Unkräuter im Feld zu wenig Licht und gehen ein. Aus diesem Grund kommen nur sehr wenige bis gar keine Pestizide zum Einsatz. Auch gegen Pilzbefall ist Hanf sehr resistent und man kann auf chemische Fungizide vollständig verzichten. Da nur sehr selten Chemikalien eingesetzt werden müssen, sind Hanftextilien im Vergleich zur Baumwolle viel besser für die Umwelt.

Die Baumwollpflanzen wachsen auf schweren Böden auf allen fünf Kontinenten. Da sie sehr langsam wachsen, müssen Baumwollfelder nach der Ernte schnell wieder neu angelegt werden. Bis zu Erntereife dauert es 8-9 Monate und es bleibt kaum Zeit für den Anbau von Zwischenfrüchten, um die Bodenqualität zu verbessern und Unkräuter zu unterdrücken. Da diese Monokulturen sehr anfällig für Schädlinge sind, setzen Baumwollfarmer großflächig Pflanzenschutzmittel ein.

Unter den landwirtschaftlichen Produkten entfällt der höchste Einsatz an Chemikalien auf die Baumwoll-Monokulturen. Um ein Kilogramm Fasern zu ernten, verbraucht man in etwa 9800 Liter Wasser. Wegen dieses hohen Wasserbedarfs bewässern die Hersteller 75 % der Baumwollfelder weltweit künstlich, was sich wiederum schlecht auf unsere Umwelt auswirkt.

Welche Eigenschaften haben Stoffe aus Hanffasern?

Hanffasern werden seit Jahrhunderten für die Herstellung von Kleidung verwendet. Da die Hanffasern relativ grob sind, wurde daraus hauptsächlich Arbeitskleidung und Oberbekleidung hergestellt. Die europäische Textilindustrie verwendete sie bis in das 19. Jahrhundert hinein. Erst als Baumwolle eingeführt worden ist, ging die Verwendung von Hanffasern ebenso wie Jute, Sisal und Ramie stark zurück.

Gegen Ende der 1990 Jahre wurde Hanf als Faser wiederentdeckt. Durch eine moderne Technik haben Hanffasern heute ähnliche Eigenschaften wie Baumwollfasern. Die Fasern gewinnt man aus dem Bast der Hanfpflanze gewonnen und sie sind besonders widerstandsfähig und reißfest. Sie gehören zu den widerstandsfähigen Naturfasern überhaupt und erreichen in 100 Tagen Wachstum eine Länge von bis zu vier Metern. Aus diesem Grund wurden vorrangig Hanffasern zur Herstellung von Seilen verwendet. Besondere Bedeutung erlangte der Naturstoff im Schiffbau, da sie aufgrund verschiedener pflanzeneigener Substanzen nur sehr schwer vermodern.

Die Faser und sind gegen Basen vollständig unempfindlich und lassen sich können nur durch starke Säuren beschädigen. Sie können sich nur 2-3 % dehnen. Wasser wird zu etwa 8% des Eigengewichts gespeichert, ohne dass sich das Material nass anfühlt oder Wasser austritt. Das Material nimmt Feuchtigkeit schnell auf, gibt sie aber auch wieder schnell ab. Zudem ist es atmungsaktiv und fühlt sich deswegen besonders im Sommer kühl an. Die Kleider bieten einen natürlichen Schutz gegen bis zu 90 % der UV-Strahlen. Auch im Winter ist Kleidung aus Hanf ein idealer Begleiter, denn sie isoliert sehr gut gegen die Kälte.

Welche Eigenschaften hat Baumwollkleidung?

Diese Pflanze wird ebenfalls seit Jahrhunderten zur Fasergewinnung verwendet. Die Baumwollfaser gehört zu den Samenfasern, das bedeutet, dass man die Fasern aus den „Haaren“ herstellt. Dabei werden nur die langen Fasern versponnen. Sie ist sehr weich und anschmiegsam. Ab dem 17. Jahrhundert stellte man Baumwollfasern industriell her und sie verdrängten allmählich andere Fasern.

Der Siegeszug begann in Europa mit der Erfindung von Spinnmaschine. Die Fasern sind sehr saugfähig und nehmen bis zu einem Drittel des Eigengewichts auf, ohne die Feuchtigkeit wieder abzugeben. Deswegen brauchen Baumwolltextilien lange, um komplett zu trocknen. Doch nicht nur Wasser wird gut aufgenommen, auch Öl und Schmutz werden gut absorbiert.

Weil dieses Material ein sehr geringes Allergiepotenzial aufweist, ist es sehr interessant für industrielle Anwendungen. Wenn die Fasern nass sind, sind sie viel reißfester als im trockenen Zustand. Die Fasern sind unempfindlich gegen Basen, aber säureempfindlich. Diese Kleidung ist anfällig für die Besiedelung von Mikroorganismen, Motten und andere Insekten richten hingegen nur selten größeren Schaden an. Sie lässt sich gut auskochen und sterilisieren.

8 Vor- und Nachteile von Hanfkleidung und Baumwollkleidung

  • Hanfstoff benötigt nur 1 kg = ~ 400 Liter Wasserverbrauch
  • Baumwolle benötigt 1 kg = ~ 9.900 Liter Wasserverbrauch
  • Hanfstoff kann mit Gülle gedüngt werden
  • Baumwolle benötigt chemischen Dünger
  • Hanfstoff düngt den Boden
  • Baumwolle laugt den Boden aus
  • Hanfstoff werden Pestizide und Fungizide nur selten eingesetzt
  • Baumwolle benötigt Pestizide und Funghizide

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